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Pokern um Prozente

Ein paar Zehntel weniger Zins sind immer noch drin - So verhandeln Bauherren um die besten Darlehenskonditionen

Mit der Vergabe von Hypotheken-Darlehen können Banken und Sparkassen vergleichsweise viel Geld verdienen. Entsprechend hart ist der Wettbewerb unter den Instituten. Davon kann fast jeder profitieren, der einen Kredit für sein Traumhaus benötigt. Entscheidend ist, dass der Bauherr gute Argumente hat.

 

Obwohl Baugeld ungewohnt preiswert, ja sogar fast spottbillig ist, haben Kreditnehmer und Bauherren noch ausreichend Spielraum, mit Verhandlungsgeschick den Kreditzins noch um den einen oder anderen Zehntel Prozentpunkt zu drücken. Die Geldhäuser haben ein überaus starkes Interesse an jedem neuen Kreditkunden, vor allem, zumal es sich um eine sichere Sache handelt, wenn der Schuldner geordnete finanzielle Verhältnisse vorweisen kann. Nach übereinstimmenden Untersuchungen zählen Hauseigentümer zu den sichersten Schuldnern überhaupt. Entsprechend niedrig ist im breiten Schnitt das Ausfallrisiko des Kreditgebers.

 

Erste Regel für die Verhandlung mit der Bank: Bestens informierte Kreditnehmer haben meist gute Chancen, den Preis für das Fremdkapital deutlich zu drücken. Wer beim Vergleich von Darlehensangeboten den Durchblick behalten will, sollte auf ein detailliertes Angebot Wert legen und sich auch nicht scheuen, nachzufragen.

 

„Ein glaubwürdiges Darlehensangebot sollte neben dem Auszahlungsbetrag und dem Zinssatz mindestens die Monatsraten, die Finanzierungsgesamtlaufzeit, die Restschuld am Ende der ersten Zinsbindung sowie die Finanzierungsnebenkosten enthalten“, erläutert Florian Haas, Vorsitzender der „Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.“ in München.

 

Besonders bei den Zusatzkosten lässt sich Geld sparen – Verhandlungsgeschick vorausgesetzt. Zu diesen – von Institut zu Institut ganz individuellen – Zuschlägen zählen unter anderem:

 

Schätzkosten. Sie werden für die Ermittlung des Beleihungswerts berechnet. Die Spannen hierbei sind groß. Am günstigsten: Banken und Sparkassen, die für ihre gutachterliche Tätigkeit nichts verlangen. Andere nehmen einen Festbetrag. Viele berechnen jedoch einen festen Prozentsatz vom Darlehen, der üblicherweise zwischen 0,2 und 0,6 Prozent liegt.

 

Bereitstellungszinsen. Kreditinstitute verlangen diesen Obolus, falls das Darlehen nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen wird. Verhandeln Sie über Fälligkeit - möglichst spät nach Darlehenszusage - und Höhe dieses Postens.

 

Teilauszahlungszuschläge. Häufig verdienen Banken ebenfalls, wenn das Darlehen nach Baufortschritt abgerufen wird.

 

„Erkundigen Sie sich außerdem, ob die Bank Ihren gesamten Kreditbedarf in der ersten Rangstelle finanziert. So werden bisweilen Zuschläge fällig, falls ein Teil des Immobilienkredits nur im zweiten Rang abgewickelt werden kann“, empfiehlt Jürgen Dawo, Gründer des Massivhausanbieters Town & Country Haus. Auch hier können Bauherren erneut ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen. Üblicherweise wird ein Aufschlag von rund 0,5 Prozentpunkten auf die Zinsen der ersten Hypothek verlangt. Mit Verhandlungsgeschick und guten Argumenten, insbesondere dem Hinweis auf Angeboten der Konkurrenz, kann daraus ein Aufschlag von nur 0,2 oder 0,3 Punkten werden.